Foto: Ivo Čagalj / PIXSELL, HJS/IJF

Die erste kroatische Weltmeisterin in Judo spricht für unsere Zeitschrift über ihre Leidenschaften und Herausforderungen, über Judo als Lebensstil…

Um den Vater des Judo, Kanō Jigorō, zu zitieren: „Judo ist der Weg zum wirksamsten Nutzen körperlicher und geistiger Kraft. Beim Üben des Attackierens und der Verteidigung werden Ihr Körper und Ihr Geist veredelt und es hilft Ihnen die geistige Substanz des Judo zum Bestandteil Ihres Wesens zu machen. So können Sie sich vervollkommnen und für die Welt einen wertvollen Beitrag leisten. Das ist das endgültige Ziel des Judo als Disziplin.“
In den Zauber dieser Kampfdisziplin verliebte sich auch Barbara Matić bereits als kleines Mädchen. Die erste kroatische Weltmeisterin in Judo sprach für unsere Zeitschrift über die größten Herausforderungen im Laufe ihrer Karriere, über Tatami als Lebensstil, über das Meer und das mediterrane Lebensgefühl.

Wie haben Sie begonnen Judo zu trainieren?

„Es geschah in der ersten Klasse Volksschule, in Pujanke, einem Stadtteil von Split, als die Judotrainer Vladimir und Slavko Preradović zu uns in die Gymnastikstunde kamen und uns Schülern einige Judofertigkeiten zeigten. Jetzt, mehr als 20 Jahre später, sind sie noch immer meine Trainer und zusammen erreichen wir viel. Es hat mir gefallen, da ich in Gesellschaft von wunderbaren Menschen war, reisen konnte, mich entwickelt habe, die Trainings waren sehr verschieden und ich habe alles in mein Leben eingefügt. Es wird manchmal erwähnt, dass ich Judo an Stelle von Ballett gewählt habe, aber das waren die einzigen zwei Aktivitäten, die an der Volksschule Pujanke angeboten wurden. Ich habe mich für Judo entschieden, da ich ein bisschen pummelig war und mich in Kleidchen tanzend nicht gesehen habe. Judo hat mir gleich bei der Vorzeigestunde gefallen. Ich bin nach Hause gekommen und habe meiner Mama gesagt: Ich will Judo trainieren. Und das war’s schon.“

Sie haben die erste Seniorenmedaille für das kroatische Judo gewonnen. Können Sie sich noch erinnern, wie es sich angefühlt hat, auf der höchsten Stufe des Siegerpodestes zu stehen?

„Auch jetzt, wenn ich mich daran erinnere, bekomme ich Gänsehaut und ich bin von Emotionen erfüllt. Irreal und Wunderbar. Die Verwirklichung der schönsten Träume, die nur noch von Glück und Zufriedenheit übertroffen werden kann, sollte ich eine olympische Medaille gewinnen; ich erhoffe mir eine Goldmedaille in Paris 2024. Unsere Hymne ertönen zu hören beim wichtigsten Wettkampf der Welt, umringt von den besten Judo Sportlerinnen, mit der Erkenntnis, dass ich für immer die erste Judoweltmeisterin aus Kroatien bin … dafür lebt man, dafür trainiert man. Ich habe mich an alle Herausforderungen, an alle Anstrengungen, an alle Verzichte, an all die lieben Menschen, die mich unterstützten und unterstützen, erinnert. Es geht einem so viel durch den Kopf, vieles, was man nur schwer verbalisieren kann aber man zeigt es durch ein Lächeln und durch Freudentränen.“

Haben Sie immer schon gewusst, dass Ihnen beschieden ist großes zu erreichen?

„Ich glaube immer an mich. Schon als kleines Mädchen habe ich realisiert, dass ich hartnäckig und arbeitswillig bin, dass ich fähig bin, mich konstant weiter zu entwickeln. Außerdem habe ich gesehen, dass ich mit durchschnittlichem nicht zufrieden bin und, dass ich nach höchsten Resultaten und Erfolgen strebe. Bereits bei den ersten Wettkämpfen war ich erfolgreich und dann waren Excellence und das Erklimmen der höchsten Stufe des Podestes für mich die Latte nach der ich das von mir Erreichte gemessen habe. Zu dem, was ich so zu sagen im Blut hatte, fügte ich noch mehr hinzu, das was durch Arbeit, Hingabe und Einsatz erreicht werden konnte. Und diese Mischkulanz ergab beste Resultate. Ich bin aber nicht der Typus einer Sportlerin, der mit dem Erreichten zufrieden ist; ich weiß wieviel Potenzial noch in mir steckt, sodass ich gleich nach dem gewonnenen ‚Weltgold‘ weiter trainiert habe um eine noch bessere Judoka und eine rundum noch bessere Person zu werden.“

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